Finanzindustrie

Finanzindustrie und Klimawandel

Der Schweizer Finanzplatz ist einer der wichtigsten der Welt. Die Hebelwirkung aber auch die globale Verantwortung für den Klimaschutz sind enorm. Das aktuelle Investitionsverhalten unterstützt eine globale Erwärmung um 4 bis 6 Grad Celsius. Allein mit Pensionskassengeldern wird zurzeit in gleichviel Klimagasemissionen investiert, wie die Schweiz jährlich CO2 ausstösst. Es wird in Firmen investiert, die Erdöl, Gas oder Kohle erschliessen, verarbeiten, handeln oder verkaufen. Dies ist nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich völlig daneben: Wenn der grösste Teil der Reserven an fossilen Brennstoffen im Boden bleibt, könnte die fossile Finanzblase bald platzen. In diesem Fall wird der Wertverlust gewisser Unternehmen, die die Energiewende verschlafen haben, drastisch sein. Bezahlen wird das der einfache Bankkunde, Versicherte oder Pensionskassenbezüger.

Schweizer Banken, Pensionskassen und Versicherungen sollten Verantwortung übernehmen für zukünftige Generationen und keine weiteren Investitionen in Projekte zur Förderung, Erschliessung oder Infrastruktur für den Transport fossiler Energieträger tätigen. Für bestehende Beteiligungen und Verpflichtungen ist zudem der Ausstieg zu planen. Weitaus zukunftsfähiger sind Investitionen in erneuerbare Energien und eine gerechte Energiewende.

Banken

Credit Suisse

Die Credit Suisse spricht gerne darüber, wie ernst sie den Klimawandel nimmt, recycelt Papier, macht Videokonferenzen und kompensiert Flüge mittels Klima-Ablasshandel. Mit ihrem eigentlichen Geschäft, heizt sie derweil fröhlich weiter das Klima an. Mit mehr als 20 Milliarden finanzierte die CS zwischen 2013 und 2015 Firmen aus den Bereichen Kohlebergbau, Kohlekraftwerke, extremer Ölförderung und der Förderung von Erdgas aus Fracking. Anfang dieses Jahres stand die CS unter Kritik für die Beteiligung an der Finanzierung der höchst umstrittenen Dakota Access Pipeline. Die Pipeline von North Dakota nach Illinois führt durch die Stammesgebiete der Sioux; bei einem Leck besteht die Gefahr, dass das Trinkwasser der Region verschmutzt wird. Die Credit Suisse spielte eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung der DAPL bzw. der Firmen dahinter.

UBS

Die UBS Group AG ist eine Schweizer Grossbank und zählt zu den weltweit grössten Vermögensverwaltern. Seit ihrer Gründung steht sie aus verschiedensten Gründen in der Kritik. Angefangen bei Skandalen um verschwiege Holocaustgeldern, zur Finanzierung von Abholzung von Regenwald, Investitionen in Kriegsmaterial über die Panama Papers bis hin zur Finanzierung fossiler Energien im grossen Stil. Die UBS hat zwischen 2013 und 2015 über 15 Milliarden US Dollar in die Kohle-Industrie, extreme Ölförderung und Fracking investiert.

BIZ Bank für Internationalen Zahlungsausgleich

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat ihren Hauptsitz in Basel. Nach eigenen Angaben sei die Hauptaufgabe der BIZ, Zentralbanken in ihrem Streben nach Währungs- und Finanzstabilität zu unterstützen, die internationale Zusammenarbeit in diesem Bereich zu fördern und den Zentralbanken als Bank zu dienen. Da die BIZ keinerlei Transparenzverpflichtungen unterliegt kamen wir bei unseren Recherchen leider nicht weit, solltet ihr trotzdem die BIZ als euer Spielfeld auswählen, so kommt bitte unbedingt bei der Aktions- und Rechtsberatung vorbei.

SNB Schweizerische Nationalbank

Die Schweizerische Nationalbank führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Nationalbank investiert 10,8% ihres US-Aktienportfolios in börsenkotierte Unternehmen der fossilen Industrie. Darunter auch in die grössten Klimawandelverursacher und einflussreichten Klimaleugner Exxon Mobil und Chevron Corporations. Wird der durch diese Unternehmen verursachte CO2-Ausstoss anteilmässig den US-Aktien zugeordnet, dann verantwortet die SNB ähnlich viel Treibhausgase wie die gesamten jährlichen Emissionen der Schweiz. Mit ihrer Anlagepolitik unterstützt die Schweizer Nationalbank somit eine globale Temperaturerhöhung von 4°C bis 6°C. Für eine Institution, welche per Gesetz und Verfassung dazu verpflichtet ist, sich vom Gesamtinteresse des Landes leiten zu lassen eine unverantwortliche Investitionspolitik.

Pensionskassen

Auch Pensionskassen investieren fleissig in fossile Energien. Wenn ihr mit diesem Thema spielen möchtet, so informiert euch doch am besten hier:

http://mein-geld-ist-sauber.ch/

Versicherungen

Versicherungsgesellschaften sollen uns vor Katastrophenrisiken schützen. Einige von ihnen warnen seit 25 Jahren vor den Risiken des Klimawandels. Und doch versichern viele dieser Gesellschaften bis heute die Risiken neuer Kohle-Projekte und investieren Milliarden in Unternehmen die Kohle und fossile Brennstoffe fördern. Aller Rhetorik zum Trotz tragen Versicherungsgesellschaften direkt zum Klimawandel bei.

Swiss Re

Swiss Re ist die zweitgrösste Rückversicherungsanstalt der Welt mit Hauptsitz in der Schweiz. Trotzdem investieren sie jährlich mit rund 4 Milliarden US Dollar in fossile Brennstoffe. Gemässe eigenen Aussagen will Swiss Re zwar «Investitionen in Unternehmen vermeiden, die einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes mit thermischer Kohle erzielen», ohne jedoch weiter auszuführen wie diese Absicht umgesetzt werden soll.

Generali

Die Assicurazioni Generali S.p.A. mit Sitz in Triest ist der größte italienische Versicherungskonzern und heute in 68 Ländern der Welt aktiv und auf Platz 48 der Liste der größten Unternehmen der Welt. Das mit Grösse vielleicht auch eine gewisse Verantwortung kommt, wäre ein Irrtum zu glauben dann auch Generali investiert mit 2.53 Milliarden US Dollar in fossile Energien.

Allianz

Die Allianz ist eine der weltgrössten Versicherungsgesellschaften und hat ihren Hauptsitz in München. Sie ist mit jährlichen Investitionen von rund 60 Milliarden US Dollar in Fossile Brennstoffe eine der weltweit grössten Financiers des Klimawandels. Doch nicht nur bei Investitionen in Fossile Energieträger, auch bei Nahrungsmittelspekulation ist die Allianz an der Weltspitze.

Aviva

Aviva ist die fünftgrößte Versicherungsgesellschaft der Welt und hat weltweit ca. 35 Millionen Kunden. Im November 2016 identifizierte Aviva nach längerem Engagement zwei Kohlegesellschaften zur möglichem Verkauf und ist gegenwärtig damit beschäftigt, ihre Anteile an acht weiteren Kohlegesellschaften abzustossen, weil diese auf die Forderung

des Versicherers, ihrer CO2 Bilanz zu verbessern (was verbessert die CO2 Bilanz eines Kohlekraftwerks am meisten? Richtig, abschalten!), nicht positiv reagierten. Auch wenn dies durchaus positive Entwicklungen sind, so investiert Aviva leider weiterhin mit rund 14 Milliarden US Dollar in fossile Brennstoffe und gehört damit zur europäischen Elite in diesem Feld.

Greenwashing

Da das Thema Greenwashing, also der Versuch einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gibt, unglaublich gross ist, haben wir keine speziellen Spielfelder recherchiert und geben euch die Möglichkeit, eurer Kreativität vollen Lauf zu lassen.

Ein möglicher Start für die Suche nach geeigneten Zielen in der Region Basel könnte aber folgende Webseite bieten… 😊

http://www.klimaplattform-basel.ch/angebot.html