Warum die Climate Games stattfinden

Warum finden die Climate Games statt?

Die Nordhalbkugel erlebt gerade in voller Wucht den Klimawandel mit weitreichenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, die Landwirtschaft, die Ökosysteme und die Infrastruktur. 30-50% der Ernteerträge sind verloren, die Sterblichkeitsrate wird steigen, insbesondere bei älteren Menschen. Flüsse und Seen sind zu warm, sodass Fische sterben und die Kühlung von Atomkraftwerken problematisch wird. Diesen Sommer töteten durch Trockenheit und Hitze begünstigte Waldbrände bei Athen 87 Menschen.

Die Generalsekretärin der UNO Weltorganisation für Meteorologie hält in einem Bericht vom 1. August fest: „2018 entwickelt sich zu einem der heissesten Jahre der Geschichte, mit neuen Temperaturrekorden in vielen Ländern. Das ist keine Überraschung. Die Hitzewellen und die extreme Hitze, die wir erleben, stimmen mit dem überein, was wir als Folge des Klimawandels (…) erwartet haben. Das ist kein Zukunftsszenario. Es geschieht jetzt.“
 
Steigende Meeresspiegel, ausgeprägte Dürren, verheerende Wirbelstürme und Überschwemmungen bedrohen das Leben und die Lebensgrundlagen von Hunderten Millionen Menschen auf der Welt. Betroffen sind vor allem Menschen im globalen Süden – ausgerechnet jene Teile der Weltbevölkerung, die systematisch in globalen Planungs- und Verteilungsprozessen von jenen diskriminiert werden, die die Klimakatastrophe verursachen: Die reichen Industrienationen des Nordens. Klimaschutz ist eine Frage sozialer Gerechtigkeit. Ein Mensch im reichsten Prozent der Welt – also der Schweiz – verursacht 175 mal mehr Treibhausgasemissionen wie ein Mensch in den ärmsten 10%.
 
Basel verkauft sich gerne als „Weltstadt im Taschenformat“. Das ist masslos übertrieben. Was wir in Basel aber tatsächlich erleben, ist die globale Klimakrise im Taschenformat. Mit aller Absurdität und Ignoranz der Verantwortlichen. Während wir den Hitzerekord seit Beginn der Wetteraufzeichnungen erleben, die Fische im Rhein sterben, die Biodiversität dramatisch abnimmt und die anhaltende Dürre unser Ökosystem nachhaltig schädigt, graben wir den Rhein tiefer, damit auch in Zukunft Schiffe voller Mineralöle den Basler Rheinhafen anfahren können. Öl ist bei Weitem das wichtigste Handelsprodukt der Port of Switzerland, über 30% des Ölbedarfs unseres Landes gelangt via unseren Hafen in die Schweiz. Wir bereichern uns an einem Rohstoff, der die Welt zerstört.
 
Die Schweiz profitiert nicht nur mit dem Port of Switzerland von fossilen Rohstoffen. Unser Konsum an Importgütern verursacht zweimal so viele CO2-Emissionen wie unser Land. Finanzinstitute wie UBS, Credit Suisse, Pensionskassen oder die Nationalbank verursachen mit ihren Investitionen sogar 22 mal mehr Treibhausgase wie die gesamte Schweiz. Werden noch die Emissionen aus dem Flugverkehr, der Landwirtschaft und der Zementproduktion hinzugenommen, steht die Schweiz auf Platz sechs der Länder mit den höchsten Emissionen weltweit – gleich nach China, den USA, Indien, Russland und Japan. Unsere Verantwortung und auch unser Hebel zur Behebung der Klimakrise sind enorm.
 
Die Schweiz hat das Pariser Klimaschutzabkommen ratifiziert. Das Abkommen ist eindeutig: Die Klimaerwärmung ist auf deutlich unter 2°C zu begrenzen, bis 2050 müssen die CO2 Emissionen auf Null sein: Auf der ganzen Welt. Das Abkommen hält zudem fest, dass der Übergang zu einer CO2-neutralen Wirtschafts- und Lebensform unter Berücksichtigung globaler Gerechtigkeit geschehen muss. Kein Land hat seit Unterzeichnung des Klimaabkommens auch nur annähernd die Klimaschutzziele erreicht oder den politischen Willen gezeigt, effektive Strategien festzulegen und umzusetzen. Der Schutz wirtschaftlicher Interessen geht vor dem Klimaschutz.
 
Die Dringlichkeit der Klimakatastrophe erlaubt es uns nicht, nur innerhalb des aktuell politisch Machbaren zu handeln. Die nötigen Veränderungen werden nicht von den Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik kommen. Wir fordern einen raschen und konsequenten Ausstieg aus den fossilen Energien und einen Wandel hin zu einer Lebensweise, die auf erneuerbaren Ressourcen und solidarischen Wirtschafts- und Gemeinschaftssystem basiert! Um dem Klimawandel und der Umweltverschmutzung Einhalt zu gebieten, braucht es eine Bewegung von unten, die sich für Klimagerechtigkeit einsetzt und Politik wie Wirtschaft unter Druck setzt. Wir sind die letzte Generation, die die Klimakrise lösen kan.

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